Sattel und Stegeinlage

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Vor der Ölung des Griffrettes wird üblicherweise erst der Knochensattel angepasst. Die meisten Vorgänger sind nicht nur aus Plastik, sondern häufig auch verunstaltet. Manche sind wild eingesägt, andere zuerst `runtergeschmirgelt und dann mit Kunstoff unterlegt, wieder andere mehr oder weniger zerbröselt.

Die alten Stegeinlagen und Sättel (viele der Sättel sind innen hohl) sind aufgebraucht und ohnehin meistens aus irgendeinem Kunstoff – ab in die Trophäensammlung.

Der Sattel (engl. nut)

Der neue Sattel wird so bearbeitet, dass er ohne Luft in den Winkel von Sattelbett und Griffbrettkante passt. Für den Abstand der Kerben zueinander (stringspacing) orientiere ich mich meistens am Originalsattel. Nachdem die Passform vorgearbeitet ist, setze ich den Sattel erstmal nur ein, um die Sattelkerben mit Hilfe von Sattelfeilen oder -sägen auf eine provisorische Höhe zu bringen.

Danach sind die Kerben meistens viel zu tief, also Sattel nochmal `raus und von oben Material abnehmen.

Jetzt kann der Sattel vorübergehend wieder ins Bett. Mit gestimmten Saiten und bei korrekt eingestellter Halskrümmung werden die Sattelkerben auf die endgültige Höhe gebracht. Voraussetzung ist ein sauberes und ebenes Sattelbett, was durchaus (auch werksseitig) nicht immer der Fall ist.

 

Anschließend muss die Oberseite des Knochensattels nachgearbeitet werden, damit die Saiten nicht in den Kerben versinken und klemmen, sondern aufliegen. Sonst geht’s auf Kosten der Intonation (Ibanez geht hier seit Jahren einen eigenen Weg). Jetzt kommt’s d’rauf an, die Sattelkerben müssen exakt gearbeitet sein. Die Saitenlage soll schön flach sein, aber zwei-drei Strich zuviel mit der Sattelfeile oder -säge, und das war’s. Die Saite schlägt auf den Bund und schnarrt.

Mit der Daumen(nagel)probe teste ich immer wieder den Saitenabstand zum entsprechenden Bund. Am Ende ist die Saitenlage auf den ersten Bünden so niedrig, dass man kaum noch von Fingerdruck beim Spielen sprechen kann. Die meisten privaten Gitarristen bevorzugen diese Einstellung. Für Zeitgenossen, die gerne in die Saiten `hacken´, muss der Abstand logischerweise größer sein.

Wenn die Sattelkerbe an der Griffbrett-Seite eine winzige Stufe hat oder abrupt abfällt (z. B. durch hin- und her-Kippeln beim Feilen), können die dünneren Saiten auf dem Bruchteil(!) eines Millimeters den Sattel berühren. Dann klingt diese Gitarrensaite wie bei einer Sitar. Dasselbe gilt übrigens auch für die Stegeinlage.

Erst wenn der Saitenabstand zum 1. Bund stimmt, wird der Sattel mit zwei ganz kleinen Tröpfchen Sekundenkleber fixiert und – fertig. Jetzt sieht’s auch nach `was´aus…

Ganz nebenbei sind die polierten Bundstäbchen mit den verrundeten Bundkanten gut zu sehen. Hier stören beim Lagenwechsel keine scharfen Kanten mehr …

Im nächsten Arbeitsschritt ist der so oft ignorierte Steg an der Reihe: Der Steg, das Stiefkind

Stimmt so …